Einleitung und Stand der Technik
Der Mischprozess ist der erste Schritt bei der Herstellung von Lithium-Ionen-Batterieslurries. Er ist entscheidend für die Qualität der Batterie und hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Leistung der Zelle. Während des Mischvorgangs werden Aktivmaterial, Binder und leitfähige Additive mit einem Dispergiermedium, wie Wasser oder Lösungsmittel, zu einer homogenen Batterieslurry verarbeitet.
Die Mischwerkzeuge müssen die Partikel gleichmäßig im gesamten Volumen verteilen. Dabei kommen, wie auch bei anderen Anwendungen, ähnliche Geometrien zum Einsatz, um Agglomerate aufzubrechen, Partikel zu benetzen und zu umhüllen sowie lokale Materialanhäufungen auf mikroskopischer Ebene zu vermeiden.
Derzeit werden für das Mischen von Batterieslurries für Kathoden und Anoden häufig konventionelle Planetenmischer eingesetzt. Diese verwenden weitgehend dieselben Geometrien wie in anderen Anwendungsbereichen, ohne wesentliche Unterschiede im Maschinendesign.
Doch ist diese Ausführung wirklich die beste und effizienteste Methode zur Aufbereitung von Batteriemassen?
Die Lösung von NETZSCH
Wir bei NETZSCH sind überzeugt, dass es bessere Lösungen gibt. Mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Misch- und Dispergiertechnologie hat NETZSCH fortschrittliche Systeme entwickelt, die gezielt auf die Anforderungen bei der Herstellung von Batterieslurries abgestimmt sind. Unser PMH-System reduziert beispielsweise die Prozesszeiten deutlich und sorgt für eine gleichmäßigere Slurry-Struktur – was sich positiv auf die Batterieleistung auswirkt.
Durch das optimierte Mischkonzept gewährleistet der NETZSCH PMH eine hocheffiziente Energieeinbringung, eine schonende und zugleich gründliche Dispergierung empfindlicher Materialien sowie eine hervorragende Skalierbarkeit vom Labormaßstab bis zur Produktion. Damit ist er die zukunftssichere Wahl für Hersteller, die höchste Qualität, Prozesssicherheit und Wirtschaftlichkeit in der Lithium-Ionen-Batterieproduktion anstreben.

Ihre Vorteile
Reduzierter Platzbedarf, bis zu 75% Einsparung
Reduzierung des spezifischen Energieeintrags um 50%
Verkürzung der Produktionszeiten um 200% - 300%
Schonendes Mischen, keine Schädigung der Materialien
Steigerung der Batteriezellen-leistung um 7%
Produktionskapazität der Slurry, ca. 1 500 l/h pro Mischer
Skalierbar von 1 l
bis 4 000 l
Footprint
Neben der kurzen Mischzeit und der hervorragenden Dispergierung der Slurry bietet NETZSCH den größten Planetenmischer am Markt, den PMH 4000.
Die marktübliche Größe eines konventionellen Planetenmischers liegt derzeit bei etwa 2 300 l (1 600 l Nutzvolumen). NETZSCH hat dieses Volumen nahezu verdoppelt und bietet einen Mischer mit rund ~ 4 200 l Gesamtvolumen an. Bei einem Nutzvolumen von etwa 75 Prozent entspricht das einer Batchgröße von über ~ 3 350 l. Die Hauptkosten einer Mischanlage entfallen in der Regel auf die Pulverdosierung und den Personaleinsatz.
Die Vorteile der NETZSCH-Mischanlage liegen in der geringeren Anzahl benötigter Maschinen, da sich durch die schnelleren Mischzeiten und größeren Batches deutliche Effizienzgewinne erzielen lassen. Früher benötigten Kunden für eine Gigafactory mit einer Jahresproduktion von 20 GWh etwa 24 Planetenmischer für Anoden oder 12 für Kathoden. Mit dem PMH 4000 sind für die Anodenproduktion nur noch 6 Mischer und für die Kathodenproduktion lediglich 3 Mischer erforderlich.
Dies senkt die Investitionskosten erheblich, insbesondere bei kostenintensiver Peripherie wie Pulverdosiersystemen, Sensorik oder Tankanlagen. Zudem wird durch den hohen Automatisierungsgrad weniger Personal benötigt, und die Stellfläche des Mischbereichs wird deutlich reduziert. Da Batteriekunden unter hohem Zeitdruck stehen, ermöglicht die kompakte Bauweise auch eine schnellere Installation und Inbetriebnahme.
Anode | Kathode | ||||
|---|---|---|---|---|---|
Typ des Planetenmischers | Konventionell | NETZSCH | Konventionell | NETZSCH | |
Typische Mischzeit | 270 min | 120 min | 480 min | 180 min | |
Batchgröße | 1 600 l | 3 300 l | 1 600 l | 3 300 l | |
Anzahl der Mischer | 24 | 6 | 12 | 3 | |
Big-Bag-Entleerstation | 48 | 3 | 24 | 2 | |
Puffer- und Lagertanks | 48 | 12 | 24 | 6 | |
Stellfläche des | Breite | 25 m | 11,5 m | 25 m | 10 m |
Länge | 25 m | 11 m | 25 m | 9 m | |
Höhe | 7 m | 7 m | 7 m | 7 m | |
*Die Anode wird mit zwei Schichten Slurry beschichtet, daher werden zwei Rezepturen benötigt.




Einsparung von Mischzeit und Energie
Verkürzung der Mischzeit
In Validierungstests konnte NETZSCH die Mischzeit deutlich verkürzen – um den Faktor 2 bei der Anodenmischung und um den Faktor 3 bei der Kathodenmischung. Die NETZSCH Planetenmischer (PMH) mischten die Slurry in nur 120 Minuten (Anode) bzw. 160 Minuten (Kathode) und erzielten dabei eine noch höhere Qualität. Warum also sind die NETZSCH Planetenmischer so viel effizienter, und wie funktioniert ein Planetenmischer überhaupt?

Funktionsprinzip
Der NETZSCH PMH (Planetary Mixer High Speed) arbeitet mit einem Planetengetriebe. Die sich selbst drehenden Mischwerkzeuge, das langsam laufende Kreuzwerkzeug und das schnell laufende Schmetterlingswerkzeug, führen eine Umlaufbewegung in einem stationären Behälter aus und durchlaufen dabei das gesamte Mischgut.
Durch die Vergrößerung des Werkzeugdurchmessers wird die Energieeinbringung deutlich erhöht, was zu einem schnelleren, effizienteren und besseren Mischergebnis sowie zu höherer Produktqualität führt. Die Mischwerkzeuge des NETZSCH PMH haben im Vergleich zu konventionellen Planetenmischern einen deutlich größeren Durchmesser (siehe Abbildung 2).

Der Geschäftsbereich Analysieren & Prüfen von NETZSCH misst das Fließverhalten mit dem Rotationsrheometer Kinexus (siehe Abbildung 3). Die Abhängigkeit der Viskosität von verschiedenen Scherraten ist ein wichtiger Qualitätsindikator. Ein wesentlicher Faktor ist dabei die Stabilität der hergestellten Slurry. Während der Produktion kann es zu Wartezeiten kommen, und eine direkte Beschickung der Coatinganlage ist nicht immer gewährleistet. Daher ist es entscheidend, eine Slurry zu haben, die nicht schnell sedimentiert und eine längere Standzeit aufweist, erkennbar an einer höheren Viskosität bei niedrigen Scherraten (siehe Abbildung 4). Dies ist auf eine bessere Benetzung und Dispergierung der Partikel zurückzuführen, die durch die höhere Energieeinbringung infolge des speziellen Designs erreicht wird. Darüber hinaus führt der Coatingprozess zu höheren Ausbeuten, schärferen Kanten und verhindert Verschmierungen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Verarbeitbarkeit und der Fluss der Slurry. Diese wird über einen Slot Die auf die Kollektorfolie übertragen. Um eine Verstopfung zu vermeiden, ist ein scherverdünnendes Verhalten entscheidend. Der Slot erzeugt hohe Scherraten, und ein steiler Viskositätsabfall ist erforderlich, um eine schnelle Beschichtung zu ermöglichen. Eine hohe Steigung der Viskositätskurve sorgt für eine niedrigere Viskosität bei höheren Scherraten, wie in Abbildung 4 dargestellt.


Verbesserte Leistung durch optimierte Knetphase im Mischprozess
Aktuelle Tests haben gezeigt, dass eine optimierte Knetphase im Mischprozess mit dem NETZSCH PMH zu einer deutlich verbesserten Batterieleistung führt. Durch das Kneten wird eine besonders homogene Verteilung der Materialien erreicht, was folgende Vorteile mit sich bringt:
- Höhere Leistung: Die gleichmäßige Durchmischung der Komponenten sorgt für eine bessere Materialvernetzung und steigert die Gesamteffizienz der Batterie. Die Energieübertragung erfolgt dadurch effektiver, was zu höherer Kapazität und längerer Lebensdauer führt.
- Hohe Ladungsdurchlässigkeit: Die verbesserte Homogenität begünstigt zudem eine höhere Ladungsdurchlässigkeit in der Elektrodenstruktur. Das ermöglicht einen effizienteren Ladungstransport, reduziert den Widerstand und erlaubt schnellere Ladezyklen, ohne die Stabilität der Batterie zu beeinträchtigen.
Diese Verbesserungen unterstreichen die zentrale Bedeutung einer gezielt ausgeführten Knetphase und zeigen deutliche Vorteile in Bezug auf Leistung und Energiemanagement.


Siliziumanoden in zukünftigen Batterien
Herausforderungen beim Mischen und bei der Wasserstoffbildung
Siliziumanoden rücken aufgrund ihres hohen Leistungspotenzials zunehmend in den Fokus zukünftiger Batterietechnologien. Der Einsatz konventioneller Planetenmischer bringt jedoch häufig Herausforderungen mit sich, insbesondere durch die hohen Scherkräfte, die während des Mischprozesses entstehen. Diese Kräfte können das empfindliche Graphit-Silizium-Komposit beschädigen, was unerwünschte Nebeneffekte wie die Bildung von Wasserstoff zur Folge haben kann.

Konventionelle Planetenmischer, die auf hochscherende Dispergierscheiben setzen (siehe Abbildung 7, links), können empfindliche Komponenten wie Binder oder aktive Materialien beschädigen. Dies führt zu einer verminderten Batterieleistung und zum Abbau der Materialien. Im Gegensatz dazu sind die NETZSCH Mischwerkzeuge speziell darauf ausgelegt, Scherkräfte zu minimieren und gleichzeitig einen schonenden, kontrollierten Knetprozess zu ermöglichen. Dieses Design erlaubt den Betrieb bei höheren Geschwindigkeiten, ohne die Binderstruktur der Slurry zu beeinträchtigen oder Wasserstoffbildung auszulösen.
Ein weiteres praxisnahes Beispiel für die Vorteile moderner Mischtechnologie zeigt sich bei der Herstellung wasserbasierter Anodenslurries mit Carboxymethylcellulose (CMC), einem Polymer mit langen Ketten und hoher Molmasse. Konventionelle Planetenmischer üben oft zu hohe mechanische Belastung auf diese Polymerketten aus, was zu deren Zerstörung führt. In der Folge kommt es zu unerwünschten Veränderungen der Slurryviskosität, etwa zur Scherverdickung, wodurch die Slurry für den anschließenden Coatingprozess unbrauchbar wird.

Im Gegensatz dazu ermöglichen die innovativen Mischwerkzeuge von NETZSCH eine besonders schonende Knetbewegung, die die Integrität der CMC-Ketten erhält. Dadurch bleibt die Viskosität der Slurry konstant, was eine gleichmäßige Durchmischung und eine homogene Beschichtung des aktiven Materials gewährleistet. Das Ergebnis ist eine hochwertige Slurry, die eine verbesserte Batterieleistung unterstützt, ganz ohne die Risiken, die mit konventionellen Hochscherverfahren verbunden sind.
Vom Labor bis zur Gigafactory
Skalierbares Mischen für jede Prozessstufe
Um die Entwicklung neuer Batterietechnologien zu beschleunigen, ist der NETZSCH Planetenmischer PMH in verschiedenen Baugrößen erhältlich, vom Labormaßstab über den Technikumsbetrieb bis hin zur großtechnischen Produktion. Ein wesentlicher Vorteil der NETZSCH Mischer liegt im durchgehend gleichbleibenden Verhältnis von Behälterdurchmesser zu Mischwerkzeugen über alle Maschinengrößen hinweg. Diese einheitliche Geometrie ermöglicht eine nahtlose und effiziente Skalierung von einer Maschinengröße zur nächsten und verkürzt die Entwicklungszeiten deutlich.
Darüber hinaus bietet unser spezialisiertes Batterieteam in Kombination mit einem modernen Batterielabor umfassende Unterstützung bei der Entwicklung und Optimierung der Zellchemie, ganz nach den Leistungsanforderungen unserer Kunden.
Modell | Gesamtvolumen in l | Nutzvolumen in l |
|---|---|---|
PMH 1 | 1,6 | 0,3 - 1,2 |
PMH 10 | 10 | 3 - 7 |
PMH 18 | 18 | 6 - 14 |
PMH 60 | 50 | 18 - 38 |
PMH 100 | 90 | 30 - 70 |
PMH 200 | 185 | 50 - 140 |
PMH 400 | 320 | 110 - 250 |
PMH 750 | 600 | 210 - 470 |
PMH 1000 | 1000 | 350 - 775 |
PMH 1400 | 1300 | 425 - 980 |
PMH 1600 | 1600 | 550 - 1250 |
PMH 2300 | 2300 | 700 - 1600 |
PMH 4000 | 4250 | 1200 - 3350 |

Flexibilität
Der PMH ist jedoch nicht auf eine einzelne Technologie beschränkt. Durch sein spezielles Design und die hohe Flexibilität beim Wechsel der Mischwerkzeuge lässt sich der Planetenmischer für eine Vielzahl weiterer Anwendungen in der Batterieindustrie einsetzen und gewährleistet dabei Prozesssicherheit. Eine einzige Maschine oder Anlage kann mehrere Applikationen abdecken, darunter:
- Unterschiedliche Zellchemien mit schwankendem Feststoffgehalt (z. B. LFP, LMFP, NMC, …)
- Mischen von Festkörperbatterien mit hoher Viskosität
- Herstellung von Dämmmaterialien für Batteriemodule
- Schnelles Mischen trockener Batterieelektroden ohne Lösungsmittel, mit flexibel anpassbarer Werkzeuggeometrie
- Natrium-Ionen-Batterien
Je nach Anwendung können die Mischwerkzeuge vom Kunden innerhalb weniger Minuten gewechselt werden, ein Serviceeinsatz ist dafür nicht erforderlich.

17 Gründe Warum
7: Wandabstreifer
10: Präzise Dosierung
8: Schnelle Entleerung
11: Vakuumfunktion
9: Einfache Reinigung
12: Inertfunktion
Auf einen Blick
Beispiel: Gigafactory mit 20 GWh pro Jahr
Anode (two recipes*) | Kathode | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
Typ des Planetenmischers | Konventionell | NETZSCH | Konventionell | NETZSCH | ||
Typische Mischzeit | 270 min | 120 min | 480 min | 180 min | ||
Batchgröße | 1 600 l | 3 300 l | 1 600 l | 3 300 l | ||
Anzahl der Mischer | 24 | 6 | 12 | 3 | ||
Big-Bag-Entleerstation | 48 | 3 | 24 | 2 | ||
Puffer- und Lagertanks | 48 | 12 | 24 | 6 | ||
Stellfläche des | Breite | 25 m | 11,5 m | 25 m | 10 m | |
Länge | 25 m | 11 m | 25 m | 9 m | ||
Höhe | 7 m | 7 m | 7 m | 7 m | ||
Technische Verfügbarkeit | < 90 % | 95 % | < 90 % | 95 % | ||
Gesamtinvestition | Mittel | Niedrig | ||||
Betriebskosten | Hoch | Geringer | ||||
Energieverbrauch | 100 % | 50 % (80 kWh/t) | ||||
Wartung | Hoch aufgrund | Niedrig | ||||
Reinigungsfähigkeit | Längere Rohrleitungen | Clean-in-Place, kurze Wege, |
| |||
Installation | Mittel | Kurz dank Skid-System | ||||
Rückverfolgbarkeit | Problematisch | Hoher Grad durch Scanner | ||||
Automatisierung | Niedriges Level | Hohes Level | ||||
Toleranz | Problematisch | Hohe Dosiergenauigkeit | ||||
Emission von Staub und Lösungsmitteln | Hoch | Niedrig | ||||
CO2-Fußabdruck | Mittel | Niedrig | ||||
Flexibilität | Niedrig | Hoch | ||||
*Die Anode wird mit zwei Schichten Slurry beschichtet, daher werden zwei Rezepturen benötigt.